Veglia 96084 km [06/2013]

Wenn man ganz pingelig ist, dürfte ich das Bild in dieser Woche gar nicht verwenden, denn ich mache es ebenfalls auf der “Bremen Classic Motorshow” am vergangenen Wochenende. Ein Glück, daß ich hier die Regeln mache… Da die Motorshow m. E. wenig Show bietet, entscheide ich mich letzte Woche mit knappen Vorsprung für den Herrn der Schrauben als urigen, sympathischen Typen mit einer irren Auswahl Eisenwaren. Nachdem diese Woche trübes Wetter weitere Fotoexkursionen verhindert, bekommt die Tachosammlung eine zweite Chance.

96084 km

Veglia 96084 km

Nie zuvor sehe ich so viele Tachometer auf einem Haufen — für den einen ist es Schrott, für den anderen ein gesuchtes Ersatzteil, um ein altes Schätzchen authentisch wiederherstellen zu können. Und die inzwischen dominierenden Kombiinstrumente mit digitalen Anzeigen machen Reparaturen schon jetzt im Alltag immer kostspieliger und solche einzeln austauschbare Ersatzteile immer rarer. “96084” zeigt der Tachometer als Kilometerstand, bestimmt nicht das erste Mal. Wie oft wird er die “99999” schon gesehen haben?

Durch die Messehallen mache ich im Prinzip zwei Rundgänge: Einmal mit meinem Zoom 10 – 24 mm für “Übersichten”, dann mit dem lichtstarken 35er für Details. Ob Schrauben, Blinkergläser oder Tachos, für einen fotografierenden Nichtschrauber sind solche “exotischen” Ansammlungen faszinierend und bieten wenigstens bei den Details viele interessante Blickwinkel. Mit 35 mm (auf APS C), f2 und 1/40 s bin ich dabei (ISO 400/27 DIN).

Schon im Farbbild dominieren bei den Tachos die Farbtöne schwarz und Chrom, und auf manchem Instrument blitzt ein kleiner roter Zeiger hervor — könnte dies das gewisse Etwas sein? Im direkten Vergleich scheint dies à la Colorkey etwas aufgesetzt, zumal ausgerechnet das Instrument im Vordergrund nicht damit aufwarten kann, und so der Blick ungünstig auf die im Hintergrund und im Unschärfebereich liegenden Anzeigen gezogen würde. Natürlich helfe ich nicht in Photoshop nach, bedauerlich, daß dies bei “Profis” inzwischen Alltag sein soll.

In Lightroom korrigiere ich etwas eine leichte Verkantung (Hochformat ist immer etwas blöd zu halten) und wandele das Bild zu schwarzweiß, wobei ich Kontraste und Schwarzpunkt korrigiere.

[Update]

So ganz nebenbei erfährt man, was den Oldtimerfan so beschäftigt: Für alte Autos gibt es steuerliche Begünstigungen, die den Erhalt alter Autos gewissermaßen als Kulturgut unterstützen sollen. Dabei dachte die hohe Politik wohl nur an rare Borgwards oder Mal ‘nen alten Opel Admiral. Doch inzwischen drängen mit über 30 Jahren auch massenhaft die alten Familienkutschen zu den historischen Fahrzeugen, die ja durchaus auch ihre Fans haben, aber irgendwie nicht so “historisch” und auch nicht rar sind. Im Gegenteil, für manchen ist es ein steuerlich begünstigter Erstwagen ohne Feinstaubmaut, den man vielleicht auch noch selbst reparieren kann.

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