Oma Erika [11/2013]

Mein nächstes Buch wird wahrscheinlich ein selbstverlegtes E-Book. Das heißt, ich muß mich um alles selbst kümmern, zum Beispiel auch um die Titelseite. Da sich das Buch mit dem Schreiben als Anwender im CMS WordPress beschäftigt, schweifen meine Gedanken und Experimente rund um Tastaturen von denen sich mehrere auf meinem Schreibtisch befinden — bis mir die alte Naumann Erika No. 5 auf dem Dachboden einfällt. Nein, das ist nicht eine weggesperrte Nachbarin, sondern eine mechanische Schreibmaschine in einem schönen schwarzem Blechkleid (Dresden, um 1930).

Schreibmaschine Modell Naumann Erika

Schreibmaschine Modell Naumann Erika.

Als Grundlage für die geplante Titelseite fotografiere ich die Maschine erstmal als Ganzes, spanne auch ein Blatt Papier ein, um dort später die Titelei im Buchprojekt plazieren zu können. Da ich kein “Studio” habe, arbeite ich mit natürlichem Licht, das bei einigen spätnachmittäglichen Sonnenstrahlen relativ stark gerichtet auf die Maschine scheint. Dabei kristallisiert sich für mich bald eine neue Perspektive heraus: Die Typenreihe am Ende der streng geometrischen und parademäßig senkrecht stehenden Typenhebel. Als Gegengewicht setze die Tastatur, die aus wunderbaren, runden weißen Tasten besteht, die von hellgrauem Aluminium umrandet sind. Funktional sind sie natürlich auch der Ausgangspunkt fürs mechanische Schreiben.

Das Bild mache ich mit meiner 35-mm-Festbrennweite (entspr. 55 mm KB), das auch eine gute Naheinstellgrenze hat. Bei Blende 8 erhalte ich einen schönen Schärfeverlauf von der Typenreihe und obersten Tastenreihe bis zu einer sich im Hintergrund auflösenden letzten Tastenreihe (1/250 s bei ISO 160/23 DIN). Obwohl schon das Original fast monochrom ist, entschließe ich mich, es mit Grünfilter-LR-Preset zu einem Schwarzweißbild umzuwandeln um jeglichen Farbstich zu vermeiden. Zusätzlich entwickle ich aus einer anderen Aufnahme eine Variante als Hochformat, die ich ggf. mit meinem Tacho Veglia kombinieren kann. Man muß ja auch schon an die Straßengalerie-Ausstellung im Spätsommer/Herbst denken.

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